Antrag auf Schaffung einer Stelle zur Entlastung des Bauamts / Union will Personalproblemen vorbeugen / Stelle soll schnellstmöglich ausgeschrieben werden.

Angesichts verschiedener teurer gewordener Bauprojekte in der Stadt – allen voran der Schulcampus – möchte die CDU Unterstützung für das Bauamt ins Rathaus holen: Die Christdemokraten fordern in einem Antrag die Schaffung einer Stelle eines Technischen Beigeordneten. Damit bekäme die Stadt nach der Verabschiedung von Ruthard Hirschner im Jahr 2017 wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter und die Personallage im Bauamt würde sich entspannen.

"Die aktuelle Situation das Bauamt betreffend, die anstehenden Weggänge durch Ruhestand sowie die Entwicklung beim Schulcampus haben bei uns erneut das Thema der übergeordneten Leitung und somit die Überlegung der Einsetzung eines Technischen Beigeordneten aufgeworfen", schreibt CDU-Fraktionschefin Ute Zeh in einer Stellungnahme. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Probleme, gerade im öffentlichen Dienst qualifiziertes Personal zu finden, stellt die Verwaltung vor große Probleme bei der Stellenbesetzung im Hoch- und Tiefbau." Hier könne der Weg über einen Technischen Beigeordneten eine Lösung darstellen, "da aufgrund des vielfältigen Aufgabenbereiches, der Position innerhalb der Verwaltung sowie der interessanten Besoldungsgruppe die Chance besteht, einen hochqualifizierten Bewerber zu bekommen", ist die CDU überzeugt. Durch diesen könnte der gesamte Baubereich "eigenverantwortlich bearbeitet und betreut werden".

Die Einstellung eines Beigeordneten würde nach Ansicht der Partei neben den Fachbereichsleitern auch Bürgermeister Dirk Harscher entlasten.

Da der Kandidat für eine solche Stelle neben der Ingenieursausbildung womöglich zusätzliche Qualitäten – etwa im Management – mitbringe, könnte der Beigeordnete nach Ansicht der CDU zusätzlich Bereiche wie Controlling, Finanz- und Risikomanagement, Recht, Mitarbeiterführung und mehr abdecken. "Anstehende Projekte könnten somit bereits in der frühen Planungsphase auf Wirtschaftlichkeit geprüft und beurteilt werden", heißt es in dem Schreiben. "Ebenfalls wäre eine qualifizierte Beurteilung von Ausschreibungsergebnissen und Angeboten möglich, was zu deutlichen Kosteneinsparungen statt Kostensteigerungen führen würde." Aktuell sei dies nur begrenzt möglich, "wie man nicht nur am Campus-Projekt sieht", nimmt die CDU Bezug auf das Millionenprojekt, das sich in den vergangenen Monaten immer weiter verteuert hatte. "Eine solche Stelle ist mit einem hohen Gehalt verbunden", jedoch könne "sehr viel Geld durch wirtschaftliches Handeln nicht nur bei den anstehenden Projekten, sondern auch im Personalbereich durch qualifizierte Beurteilung der Stellenbesetzungen eingespart werden", ist die Schopfheimer Union sicher. Grundsätzlich sei es bei Städten in der Größenordnung Schopfheims möglich, einen Beigeordneten zu bestellen. Die CDU-Fraktion stellt damit den Antrag, die Stelle schnellstmöglich auszuschreiben.

In den vergangenen Monaten hatte sich in den Gemeinderatsdebatten die Kritik am Bauamt gehäuft. Stetige Kostensteigerungen am Schulcampus – zuletzt auf fast 33 Millionen Euro – sowie bei weiteren Projekten waren ein Grund dafür. Ein anderer Grund war die Tatsache, dass der Gemeinderat von verschiedenen Baustellen überrascht worden war: Die Kita am Marktplatz musste plötzlich geschlossen werden, weil die Brandschutzeinrichtungen nicht dem nötigend Stand entsprachen. Auch der Brandschutz der Hebelschule musste kurzfristig auf Vordermann gebracht werden. Von der Sanierung der Tiefgarage Schärers Au war die Verwaltung völlig überrascht worden. Und bei der Sanierung der Wiesenbrücke nach Ehner Fahrnau war das Bauamt zuletzt durch widersprüchliche Aussagen aufgefallen. Der bislang letzte Beigeordnete der Stadt, Ruthard Hirschner, war 2017 vom damaligen Bürgermeister Christof Nitz verabschiedet worden.

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